DORA Übergreifend
Dokumentation als Prüfgrundlage.
DORA verlangt nachvollziehbare, aktuelle und vollständige Dokumentation aller Resilienzmaßnahmen.
Management-Zusammenfassung
- Dokumentation ist die Pruefgrundlage fuer DORA-Compliance und muss vollstaendig, aktuell und nachvollziehbar sein.
- Jeder DORA-Artikel hat spezifische Dokumentationspflichten: IKT-Risikomanagement, Drittparteien, Vorfaelle, Tests, Register.
- Dokumentenlenkung sichert Versionierung, Freigabe, Verteilung und regelmaessige Review — analog zu ISO 27001 A.5.37.
- Pruefer und Aufseher erwarten strukturierte Evidence Packs, die Anforderung, Massnahme, Nachweis und Review verbinden.
Sollzustand Dokumentation
- Dokumentationsinventar: Alle DORA-relevanten Dokumente sind erfasst, kategorisiert und einem Owner zugeordnet.
- Versionslenkung: Jede Dokumentation hat eindeutige Versionsnummer, Freigabestatus, Gueltigkeitszeitraum und Aenderungsprotokoll.
- Review-Zyklen: Dokumente werden regelmaessig reviewed (mindestens jaehrlich, bei Aenderungen ad-hoc).
- Pruefzugriff: Dokumentation ist fuer interne und externe Pruefer strukturiert verfuegbar (Evidence Packs).
- Retention: Aufbewahrungsfristen sind definiert (mind. 5 Jahre fuer regulatorisch relevante Dokumente).
Umsetzungsschritte
- Dokumentationsinventar erstellen: Alle existierenden Richtlinien, Prozesse, Register und Nachweise katalogisieren.
- Gap-Analyse zu DORA-Artikeln: Fehlende Dokumentation fuer IKT-Risiko (Art. 5–13), Drittparteien (Art. 28–30), Vorfaelle (Art. 17–20), Tests (Art. 24–26), Register (Art. 35) identifizieren.
- Dokumentenlenkung einfuehren: Freigabe, Versionierung, Verteilung, Review, Archivierung nach ISO 27001 A.5.37.
- Verantwortliche benennen: Pro Dokument ein Owner (Erstellung), ein Reviewer (Qualitaet) und ein Approver (Freigabe).
- Evidence Packs definieren: Zusammenstellung von Dokumentation je DORA-Artikel fuer Pruefungszwecke.
- Aktualisierungsprozesse etablieren: Trigger (Aenderung, Incident, Review-Zyklus), Workflow, Eskalation bei Ueberfaelligkeit.
DORA-Dokumentationspflichten nach Artikel
- Art. 5–13 (IKT-Risikomanagement): Risikostrategie, Inventar, Schutzbedarfsfeststellung, Kontrollkatalog, Monitoring-Berichte.
- Art. 17–20 (Vorfallmanagement): Incident-Response-Plaene, Klassifizierungskriterien, Meldeprotokolle, Lessons-Learned-Dokumentation.
- Art. 24–26 (Tests): Testprogramm, Testpläne, Testberichte, Findings-Management, Retest-Nachweise, TLPT-Berichte.
- Art. 28–30 (Drittparteien): Due-Diligence-Berichte, Vertraege, Exit-Strategien, CTPP-Oversight-Dokumentation.
- Art. 35 (Informationsregister): Datenqualitaetsnachweise, Fehlerprotokolle, Einreichungsbestaetigungen, Aktualisierungslogs.
Typische Luecken in der Dokumentation
- Fehlende Verknuepfung zwischen DORA-Artikel und interner Dokumentation (kein Mapping).
- Unvollstaendige Versionierung: Aenderungen nicht nachvollziehbar, alte Versionen nicht archiviert.
- Fehlende regelmaessige Reviews: Dokumente veralten, keine aktualisierte Risikobewertung.
- Evidence Packs unstrukturiert: Pruefer muessen Dokumente aus verschiedenen Systemen zusammensuchen.
- Fehlende Retention-Policy: Nicht klar, welche Dokumente wie lange aufbewahrt werden muessen.
Sollzustand
- Alle wesentlichen Prozesse sind dokumentiert.
- Dokumentation ist aktuell und versioniert.
- Verantwortlichkeiten fuer Pflege sind zugeordnet.
- Prüfzugriff ist sichergestellt.
Umsetzungsschritte
- Dokumentationslandschaft analysieren.
- Lücken zu DORA-Anforderungen identifizieren.
- Dokumentationsverantwortliche benennen.
- Aktualisierungsprozesse definieren.
Management Summary
- Governance und Verantwortlichkeiten sind klar auf Management-Ebene verankert.
- Risikobasierte Umsetzung und Nachweislogik sind verbindlich definiert.
- Wesentliche Feststellungen werden regelmaessig in Steuerungsgremien berichtet.
- Abweichungen werden mit Fristen, Ownern und Reifegradwirkung nachverfolgt.
Typische Lücken & ISO/IEC 27001-Verbindung
- Typische Lücken: unklare Ownership, uneinheitliche Datenstaende, fehlende End-to-End-Nachweise.
- ISO/IEC 27001:2022 Bezug auf Rollen, Kontrollen, Lieferantensteuerung und kontinuierliche Verbesserung herstellen.
- Kontrollmapping zwischen DORA-Anforderung, interner Richtlinie und Evidenz prozessual absichern.
ISO 27001 Verbindung
ISO/IEC 27001:2022 bietet den Dokumentationsrahmen, der DORA-Nachweispflichten operationalisiert.
- A.5.1: Management-Richtlinie fuer Informationssicherheit — DORA-Strategie-Dokumentation
- A.5.37: Dokumentierte Betriebsverfahren — Lenkung, Freigabe, Verteilung und Review
- A.5.33: Schutz von Aufzeichnungen — Aufbewahrung, Zugriffsschutz, Integritaet von Nachweisen
- A.5.34: Datenschutz und Privatsphaere — Datenschutzdokumentation bei Meldeprozessen
- A.7.5: Authentifizierungsinformationen — Dokumentation von Zugriffsrechten und Berechtigungskonzepten
- A.8.8: Technische Sicherheitsueberpruefung — Dokumentation von Testergebnissen und Remediation
ISO/IEC 27001:2022 dient als Kontrollanker und Management-System-Referenz. Die Verbindung zu ISO 27001 unterstützt integrierte Resilienz- und Sicherheitsprogramme.
Reifegrad
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1 Initial
Ad-hoc-Ansätze, keine formalen Prozesse
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2 Defined
Formale Prozesse definiert, aber nicht durchgängig umgesetzt
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3 Implemented
Prozesse vollständig umgesetzt und dokumentiert
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4 Monitored
Prozesse werden überwacht und gemessen
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5 Optimized
Kontinuierliche Verbesserung und Anpassung